Märkte und geopolitische Spannungen: Operative Vorsicht in einem Umfeld unter Beobachtung

Angesichts der jüngsten geopolitischen Ereignisse, insbesondere des Konflikts im Nahen Osten, möchten wir folgende Überlegungen mit euch teilen.
Zum Wochenauftakt zeigten die Märkte eine relativ stabile Entwicklung, die sich deutlich von den bisherigen Erfahrungen unterscheidet. Der Angriff auf den Iran war weitgehend erwartet, und einige Indikatoren hatten die derzeitige Situation bereits vorhergesehen. Rohstoffe haben in den letzten Wochen angezogen, ebenso wie Anleihen, die ihre Periodenhochs erreicht haben.
Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts ist hoch, insbesondere was die Dauer und eine mögliche Ausweitung betrifft. Zudem ist zu berücksichtigen, dass im Herbst die „Midterm“-Wahlen in den USA stattfinden und Donald Trump sehr darauf achten wird, keine Situationen zu schaffen, die das Wahlergebnis gefährden könnten. Daher gibt es keinen Grund zu erwarten, dass sich der Krieg über kritische Unterbrechungen in der Versorgung hinaus verlängert.
Im Anleihesegment gab es keine deutlichen Reaktionen, die zu einer typischen Stärkung einer Risk-off-Phase geführt hätten. Wir würden dieses Segment nicht übergewichten, da eine mögliche Stärkung der Rohstoffe, höhere Beschaffungskosten für Unternehmen und daraus resultierende Inflationssteigerungen die Erwartungen an lockere Geldpolitik der Zentralbanken zurückstellen könnten.
Wir haben bereits den Bereich der Bonus-Zertifikate ausgebaut, angesichts der Unsicherheit über die zukünftigen Entwicklungen und das bei einem Markt auf Höchstständen oder knapp darunter. Diese Übergewichtung behalten wir bei, da sie zur Stabilisierung der Volatilität der Portfolios beiträgt.
An den Aktienmärkten lässt die relativ stabile Reaktion derzeit keinen massiven Einbruch erwarten. Für die Portfolios unserer Kunden empfehlen wir eine Reduzierung des Investitionsgewichts, indem Gewinne in Segmenten realisiert werden, die kürzlich überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben und nun Gegenstand von Gewinnmitnahmen sein könnten, etwa bei Equal-Weight-ETFs und Small-Caps.
Der Ölpreis hat in der Vergangenheit stark auf Kriegsevents reagiert, ist danach jedoch wieder gefallen. Daher würden wir in dieser Phase das Gewicht der Rohstoffe nicht erhöhen.
In Situationen wie der derzeitigen ist es wichtig, keine Entscheidungen aus der Emotion heraus zu treffen.
Es gibt keine Anzeichen von Panik, dennoch ist es sinnvoll, Portfolios dynamisch mit quantitativen und qualitativen Anpassungen vorsichtig zu steuern – zumindest für einige Tage. Anschließend wird geprüft, ob eine Aufstockung sinnvoll ist, indem die vielversprechendsten Themen identifiziert werden.
Unsere confidential Advisors stehen Ihnen jederzeit für Ihre Anliegen und Anfragen zur Verfügung.
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